Pontigny

 

Pontigny ist die zweite Tochter von Cîteaux. Die noch erhaltene Klosterkirche gehört zu den bedeutendsten Zeugen der Ordensarchitektur. Sie ist eine der wenigen großen Klosterkirchen Frankreichs, die nicht zerstört wurden und vermittelt heute noch einen lebendigen Eindruck von dem, was in Clairvaux und Cîteaux durch den Abbruch der Klosterkirche verloren ging. Die klare und nüchterne Gestaltung der Fenster, Gewölbe und Mauern reduzieren den Kirchenbau auf das Wesentliche, gleichzeitig beeindruckt der Kirchenbau durch seine Größe, die Rationalität der Gestaltung und die Erhabenheit des Raumes. Von den Konventsgebäuden sind nur Reste des Konversenbaus und des barocken Kreuzgangs erhalten.

Fotos: Achim Fürniss, Oktober 2008
Alle Rechte beim Autor, Copyright

Historische Ansichten

Von Georg Dehio/Gustav von Bezold - Diese Abbildung stammt aus Georg Dehio/Gustav von Bezold: Kirchliche Baukunst des Abendlandes. Stuttgart: Verlag der Cotta'schen Buchhandlung 1887-1901, Tafel 191. Aufgrund ihres Alters ist sie mit Vorsicht zu benutzen. Sie entspricht nicht notwendigerweise dem neuesten Wissensstand oder dem aktuellen Zustand des abgebildeten Gebäudes., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=595008
Plam der Abtei Pontigny - Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=291167
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Daten

Gründung: 1114
Lat. Name: Pontiniacum
Filiation: Ebene 2
Cîteaux
Pontigny
Töchter: (18)
Bouras 1119 FR
Cadouin 1119 FR
Fontainejean 1124 FR
Jouy 1124 FR
Quincy 1133 FR
St. Sulpice 1133 FR
Chaalis 1137 FR
Roches 1137 FR
Cercamp 1141 FR
Le Pin 1141 FR
L'Estrée 1145 FR
L'Étoile 1145 FR
Trisay 1145 FR
Ré 1156 FR
Dalon 1162 FR
Egres 1177 HG
Aufhebung: 1791 Franz. Revolution
heutige Nutzung: Kirche, Soziale Einrichtung (ADAPT)

Infos

Lage: Nordöstlich von Auxerre (Yonne, Burgund F) Karte (Google Maps)
Links: Wikipedia (DE)
Wikipedia (FR)
Romanes.com
Cister.net
Pontigny Tourisme
Literatur:

Ort der Zuflucht

Martyrium Thomas Beckets in einer Darstellung aus dem 13. Jahrhundert - Von Unbekannt - Original in British Library: Harley MS 5102, f. 32various on-line versions, including http://www.britannica.com/EBchecked/media/8797/Murder-of-Thomas-Becket-illustration-from-an-English-psalter-1200; also cited on cover of Frank Barlow's "Thomas Becket", Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=200471

Vom 30. November 1164 bis November 1166 fand Thomas Becket, der Erzbischof von Canterbury, Zuflucht in Pontigny. Der frühere Vertraute König Heinrichs II. von England war wegen eines Konflikts mit dem König nach Frankreich geflohen. Auf massiven Druck des Königs auf die Zisterzienser entschloss er sich 1166 Pontigny wieder zu verlassen und kehrte nach England zurück, wo er am 29. Dezember 1170 vor dem Altar ermordet wurde. Auch der Theologe Stephen Langton (1207 bis 1213) und Edmund Rich von Abingdon (1240) suchten im Kloster Zuflucht.

Pontigny und der Wein

Kelter Petit Pontigny in Chablis - dem klostereignen Weinbaubetrieb im Ort Chablis unweit von Pontigny (Foto: Achim Fürniss, copyright)

Die Zisterzienser führten den Weinbau in der Region um Pontigny ein, der heute die Grundlage für die Anbauregion um Chablis bildet. Vor allem der Anbau des Chardonay wurde von Ihnen sehr gefördert und von dort aus über ganz Europa verbreitet.