Salem

 

Das von Lützel aus schon 1134 gegründete Kloster Salem in Salmansweiler gehörte zu den bedeutendsten und reichsten und wichtigsten Klöstern des Ordens in Süddeutschland. Der wegen seiner Strenge hoch angesehene Konvent war selbst Mutter von drei Gründungen und sechs Frauenklöstern. Seine Äbte hatten eine führende Rolle unter den Klöstern in Oberdeutschland und war zeitweise sogar Sitz des Ordensgenerals der Zisterzienser nach der Zerstörung von Cîteaux. Die Aufhebung 1804 im Zuge der Säkularisation setzte dem monastischen Leben zwar ein Ende, als Schloss der Markgrafen von Baden und als Sitz der Internatsschule Salem dauert sein Ruhm jedoch bis heute an.

Neben dem hochgotischen Münster zeugen vor allem die barocken Abteigebäude vom einstigen Reichtum der Abtei. Das wirtschaftliche Imperium der Reichsabtei reichte aber weit über das Kloster hinaus. Es handelte über zahlreiche Stadthöfe, Mühlen und Höfe vor allem mit Wein, Salz und Getreide. Besonders ertragreich war wohl der Handel mit Salz aus der klostereigenen Saline in Hallein. Die Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation beendete eine jahrhundertealte monastische Tradition. Das Priorat Birnau und den Gutshof Maurach am See erhielten Zisterziensermönche aus Mehrerau. Die gut 60.000 Bände der Klosterbibliothek, darunter viele wertvolle Handschriften, erwarb die Universität Heidelberg.

 

Fotos: Achim Fürniss, September 2014
Alle Rechte beim Autor, Copyright

Historische Ansichten

Erste bekannte Darstellung des Salemer Münsters (Augustin Hirschvogel, 1536). Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=208283
Salem um 1681. Zeitgenössischer Stich, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=290879
Der Brand des Salemer Klosters 1697. Supraporte von Andreas Brugger, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=208293
Repräsentative Ansicht von Salem mit dem monumentalen Glockenturm des Abtes Anselm Schwab; im Vordergrund dessen sechsspännige Kutsche (Anton Brugger, 1765), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=226864
Seite aus einem Salemer Abtsbrevier von 1494; unten ist der Abt Johannes Stantenat bei einer Bootsfahrt auf dem Bodensee zu sehen, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=256917
Salem zur Zeit der Säkularisation: Österreichisches Militär lagert vor dem Kloster (Johann Sebastian Dirr, 1804), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=290892
Salem mit der neu errichteten Klosteranlage um 1665, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=256945
Salemer Landbesitz um 1765 mit eingezeichneten landwirtschaftlichen Nutzflächen, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=256976
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Kloster Salem 1681 - vor der Zerstörung der alten Klostergebäude durch einen Brand im Jahre 1697 (Quelle: Wikipedia)

Daten

Gründung: 1138
Lat. Name: salemium
Filiation: Ebene 5
Morimond
Bellevaux
Lützel
Salem
Töchter: (3)
Raitenhaslach 1143 D
Wettingen 1227 CH
Königsbronn 1303 DE
Frauenklöster: (6)
Wald
Rottenmünster
Baindt
Heiligkreuztal
Heggbach
Gutenzell
Aufhebung: 1804 Säkularisation
heutige Nutzung: Internatsschule

Infos

Lage: Nordöstlich von Überlingen am Bodensee (Baden-Württemberg, D) Karte (Google Map)
Links: Wikipedia DE
ZUM Landeskunde
Schloss Salem
LEO DE
Klöster in Baden-Württemberg
Salems Wirtschaft
Literatur: Carla Mueller u.a., Kloster und Schloss Salem (Deutscher Kunstverlag), München 2009
Ulrich Knapp, Auf den Spuren der Mönche, Regensburg 2009
Zutritt: Kirche frei

Pfleghöfe

Konstanz abgerissen
Überlingen erhalten
Biberach 1516 abgebrannt
Pfullendorf
Esslingen erhalten
Ulm erhalten
Reutlingen erhalten
Nürtingen erhalten

Grangien (22)

Sennhof (beim Kloster) erhalten
Maurach (Überlingen) erhalten
Oberhof (Birnau) Weingut erhalten
Kirchberg erhalten (Schloss)
Forst
Mendlishausen
Dornsberg
Altmannshausen
Tiefenhülen
Priorat Birnau, Wallfahrtskirche 1747 nach dem Entwurf von Peter Thumb
Hofgut Maurach - wichtigste Grangie des Klosters am Ufer des Bodensees mit Birnauer Weinbergen